Auf Banksys Spuren

Vandalismus oder berechtige Kunstform? Graffitis und Street Art sorgen für Kontroversen. Während sie in Berlin oder Hamburg akzeptierter Teil des Straßenbilds sind, ist München (früher Hauptstadt des Graffiti) heute nicht mehr für seine Street-Art-Kultur bekannt. Und doch gibt es hier eine sehr aktive Szene, die – abseits von belanglosen Kritzeleien – sehenswerte Werke hinterlässt.

Tumblingerstraße

Ein Eldorado für Sprayer scheint das Schlachthofviertel zu sein. Unübersehbar die Ziegelmauern an der Tumblingerstraße, die legal besprayt werden dürfen und immer wieder in neuem Angesicht erstrahlen. Aber auch wer mit offenen Augen durch die Straßen im Dreimühlenviertel streift, entdeckt an fast jeder Ecke kleine Schablonen-Graffitis, sogenannte Stencils. Selten legal, aber zum Teil von Hausbesitzern geduldet, fristen sie meist einige Wochen lang unbeschadet ihr Dasein. Besonders häufig: Motive im Stile Banksys, der es mit seinen politischen Graffitis längst in die renommierten Museen geschafft hat.

Wer ein Smartphone und Ansätze zum Nerd besitzt, kann sich per GPS zu den kleinen Kunstwerken führen lassen. Geocaching nennt sich diese moderne Form der Schnitzeljagd. Der Geocache „Banksy II“ wird regelmäßig aktualisiert und führt auf einer abwechslungsreichen Route zu den schönsten Street-Art-Kleinoden im Schlachthofviertel.

GiesingIsarvorstadt Bei der Gelegenheit sollte man unbedingt im Laden „München-Safari“ in der Arndtstraße 12 vorbeischauen: Martin Arz bietet nicht nur unkonventionelle Stadtführungen (unter anderem eine Street-Art-Tour), er hat auch mehrere Bücher über Street Art in München geschrieben. Und auch die liebevollen Stadtviertel-Führer sind einen Blick wert, zeigen sie doch die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive: München für Münchner sozusagen.

Das ist vielleicht auch das Reizvolle an Street Art: Genau hinzuschauen, die kleinen Katzen, Figuren und anderen Kunstwerke zwischen all dem öden Gekritzel zu finden, den Blick für ein Viertel, seine Häuser und Straßen zu schärfen. Und zu realisieren, dass das Stadtbild nicht nur von jenen bestimmt wird, denen mustergültig renovierte Fassaden gehören. Sondern dass es auch andere Menschen gibt, die ihrem Viertel einen Stempel und ihre Sichtweise aufdrücken – in Form von Graffitis.

Dabei machen sie sich fremdes Eigentum zunutze, kapern Hauswände für ihre Botschaft. Das wird immer für Konflikte sorgen. Andererseits gibt es kaum Freiräume für Street Art in München, obwohl die Szene da wäre und auch interessiertes Publikum. Doch die Stadt hat die Zeichen erkannt. Gerade sucht München einen „Sachbearbeiter Street Art“. Es tut sich was.

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Ein Gedanke zu „Auf Banksys Spuren

  1. nicihood sagt:

    Ach wie lustig. Hatte gar nicht gesehen dass du auch über die tumblingerstraße geschrieben hast…haben öfter mal den gleichen Blick 🙂

    Gefällt mir

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